GPS-Störungen: Wenn Satellitennavigation plötzlich unzuverlässig wird

GPS ist für viele von uns selbstverständlich geworden. Wir nutzen es beim Autofahren, Wandern, Segeln, Fliegen, Tracken von Geräten oder für Sicherheitslösungen im Außendienst. Doch genau diese Selbstverständlichkeit kann gefährlich werden: GPS- und GNSS-Signale können gestört, überlagert oder sogar manipuliert werden.
Ein sehr anschauliches Video zu diesem Thema zeigt Veritasium hier: https://www.youtube.com/watch?v=tz23G_UXCGA
Wenn wir von GPS sprechen, meinen wir meistens GNSS, also Satellitennavigation allgemein. Dazu gehören neben GPS auch Systeme wie Galileo, GLONASS und BeiDou. Diese liefern Positions-, Navigations- und Zeitdaten und sind deshalb für viele Bereiche wichtig: Verkehr, Luftfahrt, Schifffahrt, Logistik, Rettungssysteme und Sicherheitslösungen.
Das Problem: Satellitensignale kommen aus großer Entfernung und sind auf der Erde sehr schwach. Dadurch können sie relativ leicht gestört werden.
Es gibt zwei wichtige Arten von GPS-Störungen:
Jamming:
Das echte Satellitensignal wird durch ein stärkeres Störsignal überlagert. Das Gerät kann dann keine genaue Position mehr bestimmen oder verliert das Signal komplett.
Spoofing:
Dem Empfänger wird ein falsches Signal vorgespielt. Das Gerät zeigt weiterhin eine Position an, diese ist aber falsch. Das ist besonders gefährlich, weil die Störung nicht sofort auffällt.
In den letzten Jahren wurden GPS-Störungen vor allem in Europa, im Ostseeraum, im Mittelmeer und in der Nähe von Konfliktregionen häufiger gemeldet. Wie aktuell solche Störungen sind, zeigt zum Beispiel die Live-Karte von GPSwise: https://gpswise.aero/map
Dort werden weltweite GPS-/GNSS-Störungen wie Jamming und Spoofing auf Basis von Daten aus der Luftfahrt sichtbar gemacht. Die Karte zeigt anschaulich, dass GPS-Störungen kein theoretisches Problem sind, sondern in bestimmten Regionen real und messbar auftreten.
Für moderne GPS-Tracker und Sicherheitslösungen bedeutet das: Eine Position sollte nicht blind als richtig angenommen werden. Gute Systeme prüfen zusätzlich die Signalqualität, vergleichen Bewegungsdaten, erkennen unplausible Positionssprünge und nutzen bei Bedarf alternative Ortungsmethoden wie Mobilfunk oder die letzte bekannte Position.









